Ist Trump Deutsch?

Die amerikanische Geschichte von Herrn Trump beginnt im Jahr 1885, als sein 16-jähriger Großvater sich dazu entscheidet, aus dem deutschen Kallstadt im Kreis Bad Dürkheim in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Ja, wie alle Weißen in den USA ist auch Trump ein Nachfahre eines Einwanderers. Friedrich Trump kam mit dem Schiff „Eider“, welches er in Bremerhaven bestieg. Friedrich arbeitete einige Jahre in New York City und ging dann nach Seattle, wo er sein eigenes Restaurant und Hotel führte, das anscheinend die Zimmer stundenweise vermietete. Im Jahr 1890 tätigte Trump seinen ersten Immobilien-Kauf, 16 Hektar im Pine Lake Plateau.  Von dort ging er ins Klondike, wo Gold gefunden wurde, und führte das „Arctic Restaurant & Hotel“ mit seinem Partner Ernst Levin. Er ging zurück nach Deutschland und heiratete 1902 Elizabeth Christ. Nachdem sie 1905 in  die USA zurück kamen, ließen sie sich in New York City(Brooklyn) nieder.
Sie hatten 4 Kinder und im Jahr 1918 starb Friedrich an einer Epidemie der Spanischen Grippe. Seiner Witwe hinterließ er nach heutigem Wert nahezu 500.000 Dollar. Elizabeth gründete mit Ihrem Sohn Frederick zusammen die Immobiliengesellschaft „Elizabeth Trump & Son“, irgendwann in den 70er bis 80er Jahren wurde der Name geändert in Trump Organization. Frederick ist der Vater von unserem Trump, dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Frederick heiratete Mary Anne MacLeod, die auf der schottischen Insel Lewis geboren wurde. Somit ist also unser Trump 50% deutsch und 50% schottisch, mit anderen Worten ein typischer Amerikaner – ein Produkt von Einwanderern und deren Kindern, wie der Rest von uns auch. Einige dieser Informationen stammen aus einem Artikel von Gwenda Blair.

Die High Line: Die Hochbahntrasse in New York

Die High Line wurde 1934 als Teil des West Side Erschließungsprojektes eröffnet. Sie ging von der 34. Straße zur Spring Street entlang der West Side. Durch Anheben der ebenerdigen Gleise, eliminierte dieses Projekt die vielen Straßenkreuzungen, die massive Verkehrsstaus und Todesfälle verursacht hatten. 1980 war das Jahr in dem der letzte Zug fuhr und um diese Zeit herum verlor diese Gegend auch seinen industriellen Charakter.

In den darauffolgenden 20 Jahren haben verschiedene Geschäftsbereiche versucht die High Line über die gesamte Länge abzureißen, am Ende waren sie erfolgreich damit den Teil zwischen Spring Street und Gansevoort Street entfernen zu können. Im Jahr 1999 formierte sich die Gruppe „Freunde der High Line“, die sich sehr dafür interessierten die High Line für die Öffentlichkeit als Park zu erhalten. Mit Zustimmung der Stadt wurde 2006 ein Design Team gewählt. Im selben Jahr übergab die CSX Rail Road, der Eigentümer der Immobilie, es der Stadt als Spende. Im Januar 2009 wurde der erste Teil zwischen Gansevoort und der 20. Straße eröffnet. Bis Juni 2012 wurde der gesamte Weg bis zur 30. Straße eröffnet und seit Ende 2014 ist nun die komplette 2,3 km lange Strecke bis zur 34. Straße als Stadtpark für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2015 eröffnete das Whitney Museum für Amerikanische Kunst sein neues Gebäude am südlichen Ende des High Line Parks. Heute ist der High Line Park eine sehr beliebte Attraktion für Touristen und Einheimische.

NY City der Blizzard Januar 2016

Es war ein Großer, nahezu der Größte aller Zeiten. Der höchste, gemessene 24-Stunden-Schneefall im Central Park jemals war 68,32 cm und der Schneefall während des Sturms Jonas war 68,07 cm. – Damit wurde der Rekord lediglich um 2.5 mm verpasst. Das Gute daran war, dass es Freitag Nacht begann und am Samstag niemand nach draußen ging und auch nicht mit dem Auto fuhr. Dadurch waren die Straßen leer und konnten relativ leicht von den Schneemassen befreit werden. Der Rush-Hour Verkehr am Montag morgen ging schon fast wieder mit dem normalen Tempo voran. Wie üblich, kam dieser Wintersturm aus dem Süden, er war nahezu 2000 km lang, kühlte ab als er nach Norden kam und hinterließ eine ungeheure Menge an Schnee über dem gesamten Gebiet. Aufgrund des vielen Schnees, der Kälte und der starken Windgeschwindigkeit wurde dieser Sturm offiziell als Blizzard eingestuft. Wie immer, brachte der Sturm eine enorme Anzahl Flugstornierungen an der Ostküste mit sich – 4.726 Flüge wurden am Samstag gestrichen und weitere 1.180 am Sonntag gemäß den Angaben auf der Flightaware.com Website. Es war ein großer Tag für die Leute an der Gepäckabfertigung, es gab überhaupt kein Gepäck – und dasselbe kann für das übrige Flughafenpersonal gesagt werden. Es wurden aber nicht nur Flüge storniert, in New York City wurden auch alle Broadway Shows gestrichen so wie auch die Metropolitan Opera, die City Opera und die NY City Philharmonie geschlossen waren – tatsächlich kam so ziemlich die gesamte Stadt zum Erliegen.

Wer kann in Manhattan leben?

Manhattan entwickelt sich sehr schnell zu einem Bereich, den sich nur die Reichen zum Leben leisten können. Es gibt zwar gerade jetzt einen großen Bau-Boom in Manhattan, jedoch werden nur Eigentumswohnungen im Wert von vielen Millionen Dollar gebaut, und absolut keine Mietwohnungen. Normal arbeitende Leute werden aus Manhattan hinaus gedrängt, eine Mietwohnung nach der anderen, damit die Hausbesitzer ihre Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln können. Die Preise für neue Eigentumswohnungen werden in so einem hohen Wert aufgerufen, dass sie sich nur sehr reiche Leute leisten können – oder Personen aus anderen Ländern, wie z.B. Russland, China, Indien etc., die durch Investitionen in amerikanische Immobilien Geld verstecken möchten.

Dieses Wochenende war in der New York Times eine Anzeige für ein neues Gebäude Numer 111W 57th Straße mit Etagen-Apartments, die einen Anfangskaufpreis von 16 Mio. Dollar haben. Eine Wohnung mit 1.213 qm in der 57th Straße 157W wird mit 75.000 Dollar pro qm bzw. 91 Mio. Dollar für die gesamten 1.213 qm beworben. Im selben Gebäude wurden 2015 bis jetzt 29 Einheiten verkauft zu 10 Mio. Dollar und höher. Eine Wohnung an der East Side des Central Parks, welche Demi Moore und Bruce Willis gehört, wurde mit 96.000 Dollar pro qm bzw. 75 Mio. Dollar für die gesamten 780 qm aufgerufen (alle Daten basieren auf Angaben der New York Times).

Die Realität, das viele dieser Wohnungen nur Investitionen sind um Geld aus fremden Ländern zu verstecken, sieht man an den vielen Apartments die leer stehen und Briefkastenfirmen gehören mit maximal nur einer Postfachadresse. Nach Angaben von „Propertyshark.com“ gehören 69% von „The Plaza“, 58% von „15 Central Park West“ und 77% der Wohnungen in der „157W 57th Straße“ Briefkastenfirmen. Das große Investment dieser ausländischen Gelder verzerrt den Immobilienmarkt und die Immobilienwerte nicht nur in Manhattan, sondern generell auch in den anderen Bereichen der Stadt. Das kann man an den Millionen sehen, die aufgerufen werden als Preis für die 2- und 3-Zimmerwohnungen in z.B. den Bereichen „Carroll Garden“, „DUMBO“, „Brooklyn Heights“ usw.

Sofern die Stadt nicht die steuerlichen Anreize ändert, die für diese Verzerrung verantwortlich sind, gibt es wenig Hoffnung, dass Manhattan und die anderen, nahen Stadtgemeinden wieder erschwinglich werden für normale Leute.

Die Geschichte von NYCity in Kürze

Die europäische Geschichte von New York beginnt mit Giovani Verrazzano, einem für König Francois I. von Frankreich zur See fahrenden Kapitän. Im Jahre 1524 betrat Verrazzano eine große Bucht, die später als der New Yorker Hafen bekannt werden sollte. Das nächste Auftauchen von Europäern in dieser Bucht wurde 85 Jahre später verzeichnet. Im Jahre 1609 erforschte Henry Hudson, ein britischer Seemann, der in Diensten der Niederländer stand, mit seinem Schiff „Halbmond“ die Wasserwege rund um die Bucht. Die Niederländer waren Handelsleute und durch Hudson’s Bericht, der über die zahlreich vorhandenen Biber, Füchse, Marder und andere Pelztiere erzählte, sahen die Niederländer eine Chance ihren sterbenden Pelzhandel wiederzubeleben, den sie vorher mit Russland hatten.

Im Sommer 1624 brachte Kapitän Cornelius 30 Familien aus Holland nach Neu-Niederlande. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg einer Stadt, die einmal 8,5 Mio. Einwohner haben sollte. Im Jahre 1626 kaufte Direktor Peter Minuit, ein Deutscher aus Wesel am Rhein, die Insel Manhattan von den Lenapi Indianern für Waren im Wert von 60 Gulden. Da die Lenapi, wie alle Indianer, keinerlei Erfahrung mit Privateigentum hatten, kann man mit Sicherheit sagen, dass sie völlig ahnungslos darüber waren, was die Europäer im Sinn hatten.

Im Jahre 1647 wurde Peter Stuyvesant zum Generaldirektor ernannt und 1653 gründete er Neu-Amsterdams erste Stadtregierung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt ca. 1.000 bis 1.500 Einwohner, eine Windmühle und 19 Tavernen. Im Jahre 1646 kamen die Engländer mit 4 Fregatten und 2.000 Soldaten und aus New Amsterdam wurde New York, benannt nach dem Herzog von York. Im Jahre 1686 begründete die Dongan Charta (benannt nach Gouverneur Dongan) eine Form der Stadtverwaltung, die bis heute in Kraft ist. Um 1700 lag die Bevölkerungsanzahl bei 5.000 und zu Beginn der Amerikanischen Revolution im Jahre 1776 waren es rund 25.000. Im Jahre 1754 wurde das Kings College – später in das Colombia College umbenannt – gegründet.

Nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde die Stadt zur Hauptstadt des neuen Landes bis 1790. Bei der Volkszählung 1790 lag die Bevölkerungsanzahl der Stadt bei 33.000 Einwohner. Im April 1789 wurde George Washington als erster Präsident der USA in der Federal Hall von Manhattan vereidigt. Im Jahre 1811 legte eine Kommission das Straßenraster-System für Manhattan fest, das wir noch heute haben. Noch bis 1825 wurden hunderttausende Rinder zu Henry Astors „Bull’s Head Taverne“ in Lower Manhattan getrieben zum Verkauf und zur Schlachtung. Da der Gestank um diesen Betrieb unerträglich wurde für die wachsende Stadt, kam es zu einer Umsiedelung in die 23. Straße.

In den Jahren 1776, 1835 und 1845 zerstörten Großbrände eine großen Teil der Stadt. Ab 1842 wurde Wasser aus dem Croton Reservoir im Westchester Bezirk in einen See in der Mitte von Manhattan geleitet und von dort aus in ein Reservoir – welches heute die Bibliothek in der 42. Straße und der Bryant Park ist – um endgültig die ausreichende Wasserversorgung für eine effektive Brandbekämpfung sicher zu stellen und auch um den regelmäßigen Ausbruch der Cholera aufgrund unsauberem Wassers zu vermeiden.

Die Black Ball Schifffahrtslinie startete im Jahr 1818 mit einem regulären Service zwischen der Stadt und Liverpool mittels eines Frachtschiffs an jedem 1. eines Monats. Bald darauf machten andere Gesellschaften dasselbe, so dass dadurch ein regulärer Transatlantik-Verkehr zwischen der Stadt und zahlreichen europäischen Häfen begründet wurde. Im Jahre 1831 wurde mit der New York University eine Institution gegründet, die heute über 50.000 Studenten zählt. 1825 wurde der Erie Canal freigegeben, eine Maßnahme welche für den Mittleren Teil des Kontinent über die großen Seen eine Öffnung für Waren und Personen bedeutete, die aus Lower New England und Europa via New York kamen. Die Begründung der Eisenbahn in den 1840er Jahren stärkte ebenfalls die wirtschaftliche Position der Stadt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt das wirtschaftliche und finanzielle Kraftzentrum der Vereinigten Staaten. Die Volkszählung von 1860 zeigte eine Bevölkerungszahl von 813.000 Einwohnern. Cooper Union, die freie Universität, eröffnete im Jahr 1859. Heute bezieht Cooper Union sein Einkommen hauptsächlich aus der Vermietung von Immobilien aus dem Chrysler Building. Ebenfalls in den 1850er Jahren erwarb die Stadt für 5 Millionen Dollar das Land, welches später der Central Park werden sollte. Die Landschaftsarchitekten Olmsted und Vaux wurden ausgewählt, den Park zu entwerfen und zu bauen – er wurde im Jahre 1873 offiziell eröffnet. In den 1850er Jahren fanden Eisenbahnen auf Trassen ihren Weg in die Stadt. 1883 wurde die Brooklyn Bridge eröffnet, welche von der Roeblig Company gebaut wurde – diese waren Einwanderer aus Schwaben. Das Geschenk von Frankreich an New York – die Freiheitsstatue – wurde für die Öffentlichkeit im Jahre 1886 freigegeben (die Insel, auf der sie steht, gehört eigentlich zu New Jersey).

Zwischen 1860 und dem 1. Weltkrieg kamen ca. 18 Millionen Einwanderer per Schiff nach New York City – die 2 letzten großen Wellen waren Italiener und osteuropäische Juden. Die Überbevölkerung war ein großes Problem, das ab den 1820er Jahren bis zum Ende des Jahrhunderts zu vielen überfüllten, dreckigen Slums auf weiten Teilen von Lower Manhattan führte. Die Massenpanik von 1893 war die Schlimmste welche die Stadt bis heute erlebt hat. Bei einer Gesamtbevölkerung von 1,5 Millionen Einwohnern waren nahezu 100.000 arbeitslos, viele mehr nur kaum beschäftigt und über 20.000 Leute lebten auf der Straße während einem der schlimmsten Winter der Geschichte.

Der Bau der ersten U-Bahn startete 1900, Grand Central und die Stadtbibliothek von New York wurden 1914 eröffnet. Die Bauarbeiten des Woolworth Buildings dauerten 3 Jahre und es wurde 1913 eröffnet. Noch heute zählt es zu den 100 höchsten Gebäude der Vereinigten Staaten. Nach dem 1. Weltkrieg begann in der Stadt die Ära der Art Deco Wolkenkratzer. Viele der schönsten Wolkenkratzer wurden während dieser Periode gebaut, deren Höhepunkte das Chrysler Building 1933 und das Rockefeller Center, ebenfalls 1933, waren. Zu dieser Zeit ergriff die Weltwirtschaftskrise die Stadt und bis nach 1945 gab es keinen weiteren Neubau eines Hochhauses mehr.

Nach dem Krieg verließen viele Industrien – wie zum Beispiel die Textilindustrie – die Stadt und siedelten sich in anderen Ländern an (Fernost, China). Ende der 1980er Jahre stoppte endlich der Abstieg der Stadt. Die Stadt begann sich selbst neu zu erfinden und heute ist sie ein treibender Platz für 8,5 Millionen Personen, von denen 45% keine gebürtigen Amerikaner sind.

Kleindeutschland in N.Y.City

Deutsche waren von Anfang an ein Teil von New York/New Amsterdam. Peter Minuit aus Wesel am Rhein integrierte New Amsterdam im Jahre 1626 und verwaltete es für die Niederländer. Zwischen 1626 und der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen sehr viele Deutsche in die Stadt und 1855/1860 hatte sie die drittgrösste deutsche Bevölkerungszahl einer Stadt nach Wien und Berlin. Der Begriff “deutsch” ist im weitesten Sinne zu sehen, denn es gab damals kein Deutschland, sondern nur deutschsprachige Staaten wie z.B. Preussen etc.

Kleindeutschland wurde durch deutschsprachige Viertel wie Bayern, Hessen, Schwaben, Preussen etc. geschaffen und spiegelte die Situation in Europa wider. Um 1860 gab es ca. 200.000 Deutsche in der Stadt, viele davon lebten in Kleindeutschland, und machten insgesamt ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Auf seinem Höhepunkt hatte Kleindeutschland eine Fläche von ca. 400 Blocks mit dem Tompkins Square in seiner Mitte.

Die deutschen Einwanderer waren anders als viele andere Einwanderergruppen, da die meisten gut gebildet waren und Handelsfähigkeiten hatten – dies machte sie ideal für ein Leben in der Stadt. Besonders nach der gescheiterten Revolution 1884 kamen sehr viele hochgebildete Deutsche nach New York und Kleindeutschland. Es gab sehr viele Geschäfte, kleine Fabriken, Vereine, Bierhallen, Gesangsvereine, Kirchen und Synagogen – es war eine deutsche Stadt innerhalb New York. Viele der Viertel starteten Clubs für z.B. Schwäbisch, Bayerisch, Plattdeutsch etc., welche bis in die 1920er Jahre überlebt haben. Leider gibt es heute nur noch einen einzigen deutschen Verein, der in Manhattan ist und “Der Liederkranz” heisst.

Kleindeutschland war ein heisses Pflaster in Bezug auf politische Aktivitäten mit Verbänden wie dem Kommunisten-Klub, der Arbeiter-Liga, den Ersten Internationalen Anarchisten und anderen. Das hauptsächliche Interesse galt der Verbesserung der Arbeitsbedingungen (8-Stunden-Tag) und der Abschaffung der Kinderarbeit. Oswald Ottendorfer, der Herausgeber der Staatszeitung, war Mitte des 19. Jahrhunderts der unangefochtene Führer der Gemeinschaft. Er verhalf Bürgermeister Gunther zu seiner Wahl 1863 und auch Bürgermeister Havemeyer zu seiner Wahl 1872, unterlag selbst aber bei seiner Bürgermeisterwahl 1874.

Als immer mehr Einwanderer aus Osteuropa und Italien kamen, begann die 2. und 3. Generation der deutschen Einwanderer von Kleindeutschland wegzuziehen. Langsam wurde aus dem Gebiet dann die Lower East Side mit ihren Mietshäusern und den überfüllten Wohnverhältnissen.

Wenn man ein Datum definieren wollte, das den schnellen und endgültigen Niedergang von Kleindeutschland noch beschleunigte, dann wäre dies sicher das der schlimmsten zivilien Schiffskatastrophe in der amerikanischen Geschichte. Am 15. Juni 1904 organisierte die Evangelisch-Lutherische Kirche St. Mark (heute eine Synagoge) einen Picknick-Ausflug auf dem Raddampfer “General Slocum” um das Ende des Schuljahres zu feiern. Kurz nach der Abfahrt brach ein Feuer auf dem Schiff aus. Durch den schlechten Zustand der Rettungsboote sowie der Schwimmwesten und der Unfähigkeit des Kapitäns kamen 1.021 Frauen und Kinder ums Leben.

Heutzutage gibt es nur noch wenige Erinnerungen an das, was einmal die drittgrösste deutsche Stadt der Welt war. An der 2nd Av. & St. Mark Str. gibt es die “Freie Bibliothek mit Lesesaal” und die “Deutsche Apotheke” – beides ein Vermächtnis der Ottendorfer Familie an die Gemeinde. Im Tompkin Square Park gibt es ein kleines Denkmal zur Erinnerung an die Slocum-Katastrophe und an der 8th Str. gibt es das Gebäude der früheren “Deutsch-Amerikanischen Schützengesellschaft”.