Wer kann in Manhattan leben?

Manhattan entwickelt sich sehr schnell zu einem Bereich, den sich nur die Reichen zum Leben leisten können. Es gibt zwar gerade jetzt einen großen Bau-Boom in Manhattan, jedoch werden nur Eigentumswohnungen im Wert von vielen Millionen Dollar gebaut, und absolut keine Mietwohnungen. Normal arbeitende Leute werden aus Manhattan hinaus gedrängt, eine Mietwohnung nach der anderen, damit die Hausbesitzer ihre Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln können. Die Preise für neue Eigentumswohnungen werden in so einem hohen Wert aufgerufen, dass sie sich nur sehr reiche Leute leisten können – oder Personen aus anderen Ländern, wie z.B. Russland, China, Indien etc., die durch Investitionen in amerikanische Immobilien Geld verstecken möchten.

Dieses Wochenende war in der New York Times eine Anzeige für ein neues Gebäude Numer 111W 57th Straße mit Etagen-Apartments, die einen Anfangskaufpreis von 16 Mio. Dollar haben. Eine Wohnung mit 1.213 qm in der 57th Straße 157W wird mit 75.000 Dollar pro qm bzw. 91 Mio. Dollar für die gesamten 1.213 qm beworben. Im selben Gebäude wurden 2015 bis jetzt 29 Einheiten verkauft zu 10 Mio. Dollar und höher. Eine Wohnung an der East Side des Central Parks, welche Demi Moore und Bruce Willis gehört, wurde mit 96.000 Dollar pro qm bzw. 75 Mio. Dollar für die gesamten 780 qm aufgerufen (alle Daten basieren auf Angaben der New York Times).

Die Realität, das viele dieser Wohnungen nur Investitionen sind um Geld aus fremden Ländern zu verstecken, sieht man an den vielen Apartments die leer stehen und Briefkastenfirmen gehören mit maximal nur einer Postfachadresse. Nach Angaben von „Propertyshark.com“ gehören 69% von „The Plaza“, 58% von „15 Central Park West“ und 77% der Wohnungen in der „157W 57th Straße“ Briefkastenfirmen. Das große Investment dieser ausländischen Gelder verzerrt den Immobilienmarkt und die Immobilienwerte nicht nur in Manhattan, sondern generell auch in den anderen Bereichen der Stadt. Das kann man an den Millionen sehen, die aufgerufen werden als Preis für die 2- und 3-Zimmerwohnungen in z.B. den Bereichen „Carroll Garden“, „DUMBO“, „Brooklyn Heights“ usw.

Sofern die Stadt nicht die steuerlichen Anreize ändert, die für diese Verzerrung verantwortlich sind, gibt es wenig Hoffnung, dass Manhattan und die anderen, nahen Stadtgemeinden wieder erschwinglich werden für normale Leute.

Warum New York und nicht Boston

Warum New York und nicht Boston oder Philadelphia ?

(Mit New York ist Manhattan gemeint, denn von 1623 bis 1898 Manhattan war New York City)

Warum kommen jedes Jahr 50 Millionen Touristen nach New York ? Warum ist New York das Finanzzentrum der Welt ? Warum ist New York – New York ?

Es gibt 2 Hauptgründe, warum die Stadt heute ist, was sie ist – der erste ist der Handel und der zweite ist die geografische Lage. Von Anfang an gab es einen großen Unterschied – anders als in der Gegend um Boston, die von religiösen Gruppen besiedelt wurde, war in New York der Handel der eizige Grund fuer seine Existenz. Im Jahre 1623 etablierte die niederländische West India Trading Company eine Handelsniederlassung in Manhattan, in erster Linie für den Pelzhandel mit den lokalen Indianern. Auf der anderen Seite waren die Niederländer religiös sehr tolerant und vielfache Konfessionen lebten zusammen in den Siedlungen inklusive sephardischer Juden, die vor der Inquisition in Portugiesisch-Brasilien geflohen waren. Der Handel und nicht die Religion waren der Grund für die Existenz der Handelsniederlassung, welche dann New Amsterdam genannt wurde.

Die ideale geografische Lage von Manhattan am Ende des langen befahrbaren Hudson River, landeinwärts führend, und der herrliche natürlich geschützte Hafen direkt unterhalb Manhattan machten es zu einem idealen Wachstumsplatz für den Handel und um das Tor zum Landesinneren des Nordamerikanischen Kontinents zu werden.

Die Handelsaspekte der Stadt waren gut etabliert, als im Jahre 1674 – nach dem zweiten Krieg mit England – die Niederländer New Amsterdam aufgrund des Friedensvertrages von Breda an die Engländer abgetreten haben. Während der englischen Herrschaft in den folgenden 100 Jahren wuchs die Stadt langsam von ca. 2.000 Einwohnern in 1674 auf 25.000 Einwohner zu Beginn der Amerikanischen Revolution in 1776. Handel wurde hauptsächlich mit dem Mutterland England und deren Kolonie in West Indies betrieben. Fast alle Industriegüter mussten aus England importiert werden.

Als die 13 Kolonien zur unabhängigen Nation der Vereinigten Staaten wurden, war New York City ideal für den Handel mit Europa gelegen und für das Erschließen des Landesinneren. Im Jahre 1790 (zur ersten Volkszählung) betrug die Bevölkerungszahl 33.000 Einwohner, 50 Jahre später im Jahre 1840 waren es 312.000 Einwohner. Bis 1880 waren es 1,2 Millionen Einwohner, innerhalb 90 Jahren wuchs die kleine Kolonialstadt zu einer der größten in der Welt an. Was ist passiert ? Nun, wie vorher schon erwähnt, die geografische Lage und der Handel machten aus der Stadt was sie ist.

Im Jahre 1818 gab die Black Ball Line (eine Transportgesellschaft) bekannt, dass ab sofort jeden Monat zur selben Zeit einmal ein Schiff nach Liverpool in England entsendet würde, unabhängig davon ob es ausgelastet war oder nicht. Damit wurde ein regelmäßiger, zuverlässiger Versandservice über den Atlantik etabliert. Innerhalb von 20 Jahren etablierten mehr als 50 Transportgesellschaften einen regulären Service über den Atlantik zu allen Haupthäfen in Europa. Auf der Rückfahrt von Europa begannen diese Schiffe Einwanderer in die Stadt mitzubringen, so dass diese in hohem Tempo wuchs.

Zwischen 1828 und 1834 wurden 3 Kanalsysteme gebaut um Anthrazit aus den Minen von Pennsylvania nach New York zu bringen. In 1817 entschied der Staat von New York den Erie Kanal zu bauen, der den Hudson River mit dem Erie See verband. Da alle 5 großen Seen miteinander verbunden sind, hatte man Zugang auch zu allen anderen Seen und dem Landesinneren, sobald man am Erie See war. Dieses Wunder der Technik – mit einer Länge von 600 Kilometern, einem Höhenunterschied von 220 Metern und 83 massiven Schleusen – wurde im Jahre 1825 fertig gestellt. Die Erschließung des Landesinneren war damit im wirtschaftlichen Machtbereich der Stadt. Nun war der Weg auch offen für eine endlose Flut von Einwanderern aus Europa, um das Landesinnere der Vereinigten Staaten über den Weg von New York City zu besiedeln. Es war seine einzigartige geografische Lage, die es von allen anderen Hafenstädten an der Ostküste der Vereinigten Staaten unterschied. Im Jahre 1836 waren an einem einzigen Tag über 1200 Seeschiffe in den Gewässern rund um New York City.Bei Mitte der 1850er Jahre ging der Schienenverkehr ab der 23. Straße bis nach Buffalo und viele andere Städte an der Ostküste und bis nach St. Louis. Der enorme Ausbau von Schienen und Kanälen, besonders dem Erie Kanal, machten New York City zu einem Machtzentrum von Handel, Transport, Finanzen und Fabrikation.

Im Jahre 1853 begründeten lokale Banken das New York Clearing House um am Ende eines jeden Bankarbeitstages ihre Konten effizient bereinigen zu können. Bis zum Ende des Jahrzehnts war New York City mit Abstand das größte Bankenzentrum in den USA (und ist es noch).

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durchliefen über 18 Millionen Einwanderer die Stadt um das Land und die Stadt zu besiedeln. Heute leben über 8,5 Millionen Menschen in der Stadt, 36% davon wurden im Ausland geboren. Bis zu 800 Sprachen werden in der Stadt gesprochen, was New York City zur sprachlich vielfältigsten Stadt der Welt macht.

Also… Warum New York City ? Weil es die großartigste, lebendigste Stadt der Welt ist !

Empfehlenswerte Bücher:
The Island at the Center of the World (by Russell Shorto)
Gotham a history of New York City to 1898 (by Edwin Burrows & Mike Wallace)

Die Geschichte von NYCity in Kürze

Die europäische Geschichte von New York beginnt mit Giovani Verrazzano, einem für König Francois I. von Frankreich zur See fahrenden Kapitän. Im Jahre 1524 betrat Verrazzano eine große Bucht, die später als der New Yorker Hafen bekannt werden sollte. Das nächste Auftauchen von Europäern in dieser Bucht wurde 85 Jahre später verzeichnet. Im Jahre 1609 erforschte Henry Hudson, ein britischer Seemann, der in Diensten der Niederländer stand, mit seinem Schiff „Halbmond“ die Wasserwege rund um die Bucht. Die Niederländer waren Handelsleute und durch Hudson’s Bericht, der über die zahlreich vorhandenen Biber, Füchse, Marder und andere Pelztiere erzählte, sahen die Niederländer eine Chance ihren sterbenden Pelzhandel wiederzubeleben, den sie vorher mit Russland hatten.

Im Sommer 1624 brachte Kapitän Cornelius 30 Familien aus Holland nach Neu-Niederlande. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg einer Stadt, die einmal 8,5 Mio. Einwohner haben sollte. Im Jahre 1626 kaufte Direktor Peter Minuit, ein Deutscher aus Wesel am Rhein, die Insel Manhattan von den Lenapi Indianern für Waren im Wert von 60 Gulden. Da die Lenapi, wie alle Indianer, keinerlei Erfahrung mit Privateigentum hatten, kann man mit Sicherheit sagen, dass sie völlig ahnungslos darüber waren, was die Europäer im Sinn hatten.

Im Jahre 1647 wurde Peter Stuyvesant zum Generaldirektor ernannt und 1653 gründete er Neu-Amsterdams erste Stadtregierung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt ca. 1.000 bis 1.500 Einwohner, eine Windmühle und 19 Tavernen. Im Jahre 1646 kamen die Engländer mit 4 Fregatten und 2.000 Soldaten und aus New Amsterdam wurde New York, benannt nach dem Herzog von York. Im Jahre 1686 begründete die Dongan Charta (benannt nach Gouverneur Dongan) eine Form der Stadtverwaltung, die bis heute in Kraft ist. Um 1700 lag die Bevölkerungsanzahl bei 5.000 und zu Beginn der Amerikanischen Revolution im Jahre 1776 waren es rund 25.000. Im Jahre 1754 wurde das Kings College – später in das Colombia College umbenannt – gegründet.

Nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde die Stadt zur Hauptstadt des neuen Landes bis 1790. Bei der Volkszählung 1790 lag die Bevölkerungsanzahl der Stadt bei 33.000 Einwohner. Im April 1789 wurde George Washington als erster Präsident der USA in der Federal Hall von Manhattan vereidigt. Im Jahre 1811 legte eine Kommission das Straßenraster-System für Manhattan fest, das wir noch heute haben. Noch bis 1825 wurden hunderttausende Rinder zu Henry Astors „Bull’s Head Taverne“ in Lower Manhattan getrieben zum Verkauf und zur Schlachtung. Da der Gestank um diesen Betrieb unerträglich wurde für die wachsende Stadt, kam es zu einer Umsiedelung in die 23. Straße.

In den Jahren 1776, 1835 und 1845 zerstörten Großbrände eine großen Teil der Stadt. Ab 1842 wurde Wasser aus dem Croton Reservoir im Westchester Bezirk in einen See in der Mitte von Manhattan geleitet und von dort aus in ein Reservoir – welches heute die Bibliothek in der 42. Straße und der Bryant Park ist – um endgültig die ausreichende Wasserversorgung für eine effektive Brandbekämpfung sicher zu stellen und auch um den regelmäßigen Ausbruch der Cholera aufgrund unsauberem Wassers zu vermeiden.

Die Black Ball Schifffahrtslinie startete im Jahr 1818 mit einem regulären Service zwischen der Stadt und Liverpool mittels eines Frachtschiffs an jedem 1. eines Monats. Bald darauf machten andere Gesellschaften dasselbe, so dass dadurch ein regulärer Transatlantik-Verkehr zwischen der Stadt und zahlreichen europäischen Häfen begründet wurde. Im Jahre 1831 wurde mit der New York University eine Institution gegründet, die heute über 50.000 Studenten zählt. 1825 wurde der Erie Canal freigegeben, eine Maßnahme welche für den Mittleren Teil des Kontinent über die großen Seen eine Öffnung für Waren und Personen bedeutete, die aus Lower New England und Europa via New York kamen. Die Begründung der Eisenbahn in den 1840er Jahren stärkte ebenfalls die wirtschaftliche Position der Stadt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt das wirtschaftliche und finanzielle Kraftzentrum der Vereinigten Staaten. Die Volkszählung von 1860 zeigte eine Bevölkerungszahl von 813.000 Einwohnern. Cooper Union, die freie Universität, eröffnete im Jahr 1859. Heute bezieht Cooper Union sein Einkommen hauptsächlich aus der Vermietung von Immobilien aus dem Chrysler Building. Ebenfalls in den 1850er Jahren erwarb die Stadt für 5 Millionen Dollar das Land, welches später der Central Park werden sollte. Die Landschaftsarchitekten Olmsted und Vaux wurden ausgewählt, den Park zu entwerfen und zu bauen – er wurde im Jahre 1873 offiziell eröffnet. In den 1850er Jahren fanden Eisenbahnen auf Trassen ihren Weg in die Stadt. 1883 wurde die Brooklyn Bridge eröffnet, welche von der Roeblig Company gebaut wurde – diese waren Einwanderer aus Schwaben. Das Geschenk von Frankreich an New York – die Freiheitsstatue – wurde für die Öffentlichkeit im Jahre 1886 freigegeben (die Insel, auf der sie steht, gehört eigentlich zu New Jersey).

Zwischen 1860 und dem 1. Weltkrieg kamen ca. 18 Millionen Einwanderer per Schiff nach New York City – die 2 letzten großen Wellen waren Italiener und osteuropäische Juden. Die Überbevölkerung war ein großes Problem, das ab den 1820er Jahren bis zum Ende des Jahrhunderts zu vielen überfüllten, dreckigen Slums auf weiten Teilen von Lower Manhattan führte. Die Massenpanik von 1893 war die Schlimmste welche die Stadt bis heute erlebt hat. Bei einer Gesamtbevölkerung von 1,5 Millionen Einwohnern waren nahezu 100.000 arbeitslos, viele mehr nur kaum beschäftigt und über 20.000 Leute lebten auf der Straße während einem der schlimmsten Winter der Geschichte.

Der Bau der ersten U-Bahn startete 1900, Grand Central und die Stadtbibliothek von New York wurden 1914 eröffnet. Die Bauarbeiten des Woolworth Buildings dauerten 3 Jahre und es wurde 1913 eröffnet. Noch heute zählt es zu den 100 höchsten Gebäude der Vereinigten Staaten. Nach dem 1. Weltkrieg begann in der Stadt die Ära der Art Deco Wolkenkratzer. Viele der schönsten Wolkenkratzer wurden während dieser Periode gebaut, deren Höhepunkte das Chrysler Building 1933 und das Rockefeller Center, ebenfalls 1933, waren. Zu dieser Zeit ergriff die Weltwirtschaftskrise die Stadt und bis nach 1945 gab es keinen weiteren Neubau eines Hochhauses mehr.

Nach dem Krieg verließen viele Industrien – wie zum Beispiel die Textilindustrie – die Stadt und siedelten sich in anderen Ländern an (Fernost, China). Ende der 1980er Jahre stoppte endlich der Abstieg der Stadt. Die Stadt begann sich selbst neu zu erfinden und heute ist sie ein treibender Platz für 8,5 Millionen Personen, von denen 45% keine gebürtigen Amerikaner sind.

Kleindeutschland in N.Y.City

Deutsche waren von Anfang an ein Teil von New York/New Amsterdam. Peter Minuit aus Wesel am Rhein integrierte New Amsterdam im Jahre 1626 und verwaltete es für die Niederländer. Zwischen 1626 und der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen sehr viele Deutsche in die Stadt und 1855/1860 hatte sie die drittgrösste deutsche Bevölkerungszahl einer Stadt nach Wien und Berlin. Der Begriff “deutsch” ist im weitesten Sinne zu sehen, denn es gab damals kein Deutschland, sondern nur deutschsprachige Staaten wie z.B. Preussen etc.

Kleindeutschland wurde durch deutschsprachige Viertel wie Bayern, Hessen, Schwaben, Preussen etc. geschaffen und spiegelte die Situation in Europa wider. Um 1860 gab es ca. 200.000 Deutsche in der Stadt, viele davon lebten in Kleindeutschland, und machten insgesamt ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Auf seinem Höhepunkt hatte Kleindeutschland eine Fläche von ca. 400 Blocks mit dem Tompkins Square in seiner Mitte.

Die deutschen Einwanderer waren anders als viele andere Einwanderergruppen, da die meisten gut gebildet waren und Handelsfähigkeiten hatten – dies machte sie ideal für ein Leben in der Stadt. Besonders nach der gescheiterten Revolution 1884 kamen sehr viele hochgebildete Deutsche nach New York und Kleindeutschland. Es gab sehr viele Geschäfte, kleine Fabriken, Vereine, Bierhallen, Gesangsvereine, Kirchen und Synagogen – es war eine deutsche Stadt innerhalb New York. Viele der Viertel starteten Clubs für z.B. Schwäbisch, Bayerisch, Plattdeutsch etc., welche bis in die 1920er Jahre überlebt haben. Leider gibt es heute nur noch einen einzigen deutschen Verein, der in Manhattan ist und “Der Liederkranz” heisst.

Kleindeutschland war ein heisses Pflaster in Bezug auf politische Aktivitäten mit Verbänden wie dem Kommunisten-Klub, der Arbeiter-Liga, den Ersten Internationalen Anarchisten und anderen. Das hauptsächliche Interesse galt der Verbesserung der Arbeitsbedingungen (8-Stunden-Tag) und der Abschaffung der Kinderarbeit. Oswald Ottendorfer, der Herausgeber der Staatszeitung, war Mitte des 19. Jahrhunderts der unangefochtene Führer der Gemeinschaft. Er verhalf Bürgermeister Gunther zu seiner Wahl 1863 und auch Bürgermeister Havemeyer zu seiner Wahl 1872, unterlag selbst aber bei seiner Bürgermeisterwahl 1874.

Als immer mehr Einwanderer aus Osteuropa und Italien kamen, begann die 2. und 3. Generation der deutschen Einwanderer von Kleindeutschland wegzuziehen. Langsam wurde aus dem Gebiet dann die Lower East Side mit ihren Mietshäusern und den überfüllten Wohnverhältnissen.

Wenn man ein Datum definieren wollte, das den schnellen und endgültigen Niedergang von Kleindeutschland noch beschleunigte, dann wäre dies sicher das der schlimmsten zivilien Schiffskatastrophe in der amerikanischen Geschichte. Am 15. Juni 1904 organisierte die Evangelisch-Lutherische Kirche St. Mark (heute eine Synagoge) einen Picknick-Ausflug auf dem Raddampfer “General Slocum” um das Ende des Schuljahres zu feiern. Kurz nach der Abfahrt brach ein Feuer auf dem Schiff aus. Durch den schlechten Zustand der Rettungsboote sowie der Schwimmwesten und der Unfähigkeit des Kapitäns kamen 1.021 Frauen und Kinder ums Leben.

Heutzutage gibt es nur noch wenige Erinnerungen an das, was einmal die drittgrösste deutsche Stadt der Welt war. An der 2nd Av. & St. Mark Str. gibt es die “Freie Bibliothek mit Lesesaal” und die “Deutsche Apotheke” – beides ein Vermächtnis der Ottendorfer Familie an die Gemeinde. Im Tompkin Square Park gibt es ein kleines Denkmal zur Erinnerung an die Slocum-Katastrophe und an der 8th Str. gibt es das Gebäude der früheren “Deutsch-Amerikanischen Schützengesellschaft”.

Macy’s Thanksgiving Day Parade

Macys Parade in New YorkWieder einmal ist es Zeit fuer die MACY’S THANKSGIVING DAY PARADE am 22. November. Sie beginnt um 9 Uhr morgens an der Ecke “77th Str. & Central Park West“, verlaeuft dann suedlich weiter auf der “7th & 6th Ave.“, um schliesslich am “Harold Square und der 34Str.“ zu enden.

Die Parade fand 1924 zum ersten Mal statt undwar die Idee von Macy’s-Mitarbeitern. Zu dieser Zeit waren die meisten Angestellten Einwanderer der ersten Generation, welche mit dieser Parade ihren Stolz auf ihre neue Heimat zum Ausdruck bringen wollten. Nachdem sich die Parade zu einem solch grossen Hit entwickelte, hat Macy’s seither jedes Jahr die Parade gesponsort.

Wie in den vergangenen Jahren setzt sich die Parade wieder aus sehr vielen Gruppen, Umzugswagen & Marschkapellen zusammen. Und natuerlich werden auch die riesigen, mit Helium gefuellten Ballons in Form von beliebten Kinderbuch- oder Filmfiguren nicht fehlen. Dieses Jahr kann man sich zum Beispiel auf Spider-Man, SpongeBob, SquarePants, Kermit den Frosch, Shrek, Kung Fu Panda und Snoopy freuen – nur um einige zu nennen. Die Ballons sind enorm gross – Kermit zum Beispiel ist 10 Meter breit, 13 Meter lang und fliegt 17 Meter ueber dem Boden. Es braucht dafuer 8 Leute, die ihn vom Boden aus mit Seilen steuern!

Auch die mitwirkenden Bands der Parade sind sehr gross – zwischen 50 und 100 Musikanten jeweils – und sie kommen aus allen Ecken der USA. Unter anderem wird dieses Jahr auch die “Banda Musical Delfines“ aus Veracruz/Mexico mit dabei sein.

Es wird erwartet, dass wieder ungefaehr 3.5 Millionen Menschen die Parade – welche uebrigens an die 10.000 Beteiligte hat – auf ihrem Weg von der 77th Str. bis zum Harold Square verfolgen.

Verrezano Brücke
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Der New York Marathon

Where the race starts

Where the race starts

Der New York Marathon wurde zum ersten Mal im Jahr 1970 veranstaltet. Damals bestand die Strecke aus einer Schleife im Central Park in Manhattan. Der Sieger dieses Marathons war Gary Muhrcke. Es überquerten damals nur 55 Läufer die Ziellinie und es gab auch nur ein paar hundert Zuschauer, welche die teilnehmenden Läufer beobachteten. Die Veranstaltung bekam seinen stärksten Antrieb im Jahr 1976 durch die Feier zum 200. Gründungstag der Vereinigten Staaten. George Spitz, der Berater der Stadt, hatte dazu vorgeschlagen, den Marathon einmalig auf eine Strecke durch alle 5 Stadtteile zu planen. Dieses Rennen wurde dann ein solch großer Erfolg, dass der Streckenverlauf für alle weiteren, jährlichen New York Marathons beibehalten wurde. Zwei Jahre später gewann die Norwegerin Grete Watiz den Damen-Marathon mit einer Weltrekordzeit von 2.32.30h und das insgesamt unglaubliche 9 Mal. Heute ist der New York Marathon die größte Marathon-Veranstaltung der Welt mit insgesamt 48.000 Läufern in diesem Jahr.

Der einzige Stadtteil von New York auf dem Festland ist die Bronx – nachdem New York, ähnlich wie Venedig, hauptsächlich auf Inseln gebaut ist. Das Rennen beginnt am westlichen Ende der Verrazano-Brücke im Stadtteil Staten Island (Giovanni da Verrazano arbeitete für den französischen König und war der erste Europäer, der im Jahr 1524 den Hafen von New York erreichte auf der Suche nach einer Passage nach Asien). Die Brücke ist 1.298 Meter lang, hat 2 Ebenen und wird von ca. 200.000 Autos pro Tag befahren. Die Brücke endet in Brooklyn, den größten Stadtteil von New York mit 2,5 Mio. Einwohnern, welcher sich auf der Insel Long Island befindet – ebenso wie der Stadtteil Queens. Nach 21 km überqueren die Läufer die Pulaski-Brücke (Casimir Pulaski war ein polnischer Edelmann, der in der Amerikanischen Revolution kämpfte und bis zum Rang eines Generals aufstieg; er starb in der Schlacht von Savannah). Queens ist der zweitgrößte Stadtteil mit ca. 2,3 Mio. Einwohnern, von denen nahezu 50% im Ausland geboren wurden. Von Queens aus führt die Route über die Queensboro-Brücke (mittlerweile, nach dem früheren Bürgermeister E. Koch, auch Koch-Brücke genannt). Der Brückenaufgang ist wegen des steilen Anstiegs der schwierigste Teil des gesamten Marathons. Die Queensboro-Brücke endet im Stadtteil Manhattan – welcher ebenfalls eine Insel ist und eine Bevölkerung von ca. 1,6 Mio. aufweist. Die Insel wurde nach den Manhattoes Indianern benannt. Von Manhattan führt die Strecke weiter über die Willis Av.-Brücke zur Bronx auf dem Festland. Die Läufer nennen die Brücke auch „Die Mauer“ – sie liegt ungefähr bei der 20 Mile-32 km-Marke des Rennens und viele Läufer kommen hier an einen Punkt, an dem sie durch einen mittlerweile niedrigen Energiepegel bereit sind aufzugeben. Von der Bronx geht es dann zurück über die Madison Av.-Brücke nach Manhattan. Das Rennen endet im Central Park beim „Tavern on the Green“. Die maximal mögliche Laufzeit für den Marathon beträgt 8 ½ Stunden ab dem Start um 10.10h.

Durch das Bombenattentat in Boston sind nun leider noch mehr Sicherheitsmaßnahmen notwendig geworden, um eine sichere und problemlose Veranstaltung zu gewährleisten. Familienangehörige an der Ziellinie müssen durch ein spezielles Screening gehen, sämtliche Taschen in der Nähe des Marathons werden untersucht und um Waren zu transportieren werden durchsichtige Plastikbeutel verwendet. Ich empfehle Zuschauern idealerweise ganz auf Taschen zu verzichten. Falls Sie auf keinen Fall darauf verzichten können, dann kaufen Sie sich am besten eine billige durchsichtige Plastiktüte und verstauen Sie darin Ihre Sachen. Ob als Teilnehmer oder Zuschauer – ich wünsche Ihnen einen großartigen Marathon-Tag !